Kalte Füße?
- abrings
- 11. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Dieser Begriff ist eine deutsche Spezialität. Er beschreibt aber sprichwörtlich nicht nur kalte Extremitäten.
Wir verwenden ihn gerne umgangssprachlich und beschreiben so eine Gefühlsregung, die von Angst und Unsicherheit und dem daraus resultierendem Fluchtreflex zeugt. Wenn wir uns in einer brenzligen Situation wiederfinden und mit lebensverändernden Entscheidungen konfrontiert werden, bekommen wir hin und wieder „kalte Füße“.
Nachtrag der Autorin, aktuell ein erfrischender Gedanke. Wir schreiben das Jahr 2026 im August.
„Ja“ zu sagen ist eine solche Situation. Natürlich muss sie nicht brenzlig sein.
Lebensverändernd ist sie schon. Auf jeden Fall kommt ihr aus der Nummer ohne eine Menge Papierkrieg nicht so einfach raus.
Ich erlebe als Braut-Stylistin im prallen Leben die letzten Stunden der Braut vor der Eheschließung live mit und habe bereits viel darüber geschrieben. Es ist immer eine Ausnahmesituation. Für die Braut ... und auch für mich. Seelsorgerische Fähigkeiten gehören zur Kern-Kompetenz, wenn es um die Betreuung der Brides to be geht und je nach Gemütslage gibt es Sekt, Beruhigungstee oder Kreislauf -Tropfen.
Wenn die Damen bei mir auf dem Styling- Stuhl sitzen, haben sie die Phase der „kalten Füße“ meistens überwunden oder sind grandiose Schauspielerinnen? Hin und wieder habe ich schon gesagt:“ Du, mein Fluchtfahrzeug steht vor der Türe. Noch ist es nicht zu spät und du kannst verduften.“ Na? Sehe ich da ein leichtes Zucken in den Augen? Oder eine leicht verzögerte Antwort? Vielleicht habe ich einen kleinen Seufzer gehört?
Bis hierhin ist noch alles lustig. Oberflächlich betrachtet. Aber ich bin ja dafür bekannt, der Sache auf den Grund zu gehen. Ganz nebenbei wird mir nämlich mit schöner Regelmäßigkeit von kleinen und großen … wie nenne ich sie denn … Panikattacken … eskalierende Gemütslagen oder Ausrastern berichtet.
Kurz und gut, die Braut flippt oder rastet kurz vor der Hochzeit mal eben aus. Es gibt nicht immer einen Riesenausbruch, aber es rappelt im Karton. Rums! Meistens hat die Aufregungskurve so 2- 3 Tage vor dem D-Day ihren Höhepunkt erreicht. Vielleicht geht im letzten Moment noch was in der Planung schief oder sie hat schlicht das Gefühl, vieles nicht mehr zu schaffen? Oder sie hat das kalte Füße Syndrom?
Was könnt ihr tun? Dem >Kalte Füße< Syndrom Raum und Platz geben! Unterdrücken ist niemals nicht eine Option. Ihr müsst da durch. Den doofen Spruch: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet … blubb und bla.“ lassen wir weg. Aber 2- 3 Tage vor dem großen Tag ganz bewusst eine kleine Auszeit planen ist enorm hilfreich. Ein Saunabesuch oder einen Wellness-Termin im SPA. Ihr habt so viel zu planen, also könnt ihr das locker auch einplanen.
Außerdem kann ein kleiner Ausraster auch nicht schaden.
Lasst es raus und dann ...
Keep calm and marry on!
XO Andrea



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