Nein!
- abrings
- vor 2 Tagen
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Nein.
„Nein“ zu sagen kann den Ja-Sager*innen (um diese geht es schließlich in meinen Stories) mitunter schwerfallen.
Nehmen wir eine zeitintensive Beratung zum Beispiel. Da hat sich vielleicht ein anderer Mensch eine ganze Weile bemüht, beraten und viel Zeit investiert. Wir sind aber nicht überzeugt und möchten, können oder wollen nicht „Ja“ sagen. Ein „Nein“ muss her.
Das ist nicht immer so einfach. Schließlich möchten wir die Gefühle unserer Mitmenschen nicht verletzen oder wir befürchten gar unangenehme Reaktionen. Beides kann passieren, ich würde lügen, wenn ich etwas anderes behaupte.
Wir können fast alles online kaufen, aber es gibt noch Waren, bei denen uns eine professionelle Beratung vor erheblichem Frust schützen kann. Spontan schießen mir da Autos, Pferde, Häuser, Einbauküchen und Brautkleider durch`s Hirn.
Bei Brautkleidern kann ich mitreden, also tue ich das.
Alle oben genannten Objekte kaufen wir nicht täglich und oft ist die gewünschte Beratung an eine Terminvereinbarung gekoppelt. Zusätzlich steht noch eine 1 zu 1 Konfrontation mit einer echten Person an. Uuuuhhhhh. Das sind wir doch gar nicht mehr gewöhnt?!
Mir kam zu Ohren, dass sich tatsächlich einige Brides to be vor ihrem Beratungstermin regelrecht fürchten. Es hängt wirklich sehr viel davon ab, welche Person die Beratung durchführen wird und welche Erfahrungen sie als Begleitung schon machen durfte?
Das Leben ist und bleibt eben spannend und es gibt ja schließlich andere Geschäfte, wenn die Chemie nicht stimmt. Punkt. Ausrufezeichen.
Über den Beratungs-Prozess habe ich schon viel geschrieben … bisher immer nur über die Stories mit Happy End.
Was ist denn nun, wenn nach dreistündiger Intensiv-Beratung und zehn Kleidern, inklusive Sekt, Selters und Kaffee das Kleid der Kleider nicht dabei ist? Oder die zukünftige Braut sich einfach nicht entscheiden kann?
Ganz ehrlich?
Sicherheitshinweis: Dann ist das so!
Ein „Nein“ muss her! Das schlechte Gewissen plagt euch? Muss es nicht. Wirklich nicht.
Ihr könnt noch “Ich schlafe noch einmal darüber und melde mich“ raushauen. Das kann „Nein, Danke“ light heißen … oder ihr entscheidet euch für das Kleid.
Ähnlich verhält es sich mit der Aussage: “Dann weiß ich Bescheid.“ Es ist ein anderer Code für „Nein“.
Es ist manchmal bitter, „nein“ zu sagen und es ist noch viel bitterer „nein“ zu hören. Es geht leider nicht ohne … und das „Nein“ kündigt sich an … und kommt nicht aus dem Nichts.
Wir Berater*innen merken das ... schwör ... schwör!
Tja, diesmal ist dann nichts dabei herumgekommen?
Ist denn Nichts tatsächlich Nichts? Kommt wirklich Nichts dabei rum?
Doch, denn ihr wisst jetzt, was ihr nicht tragen wollt oder welcher Schnitt euch nicht steht. Das ist doch viel mehr als wirklich nichts.
Nun denn, die Kasse klingelt dann eben nicht und die Glocke wird nicht geläutet. Das Finale aber obliegt den Berater*innen. Das ist nicht euer Part. Auch ohne Kaufabschluss ist es möglich, dass sich beide Parteien heiter, entspannt und friedlich trennen. Das wahre Gesicht zeigt sich immer, ich betone immer, wenn es nicht so läuft wie geplant. Was ich damit sagen will:" Ihr müsst niemals nicht ein schlechtes Gewissen oder Bedenken haben!"
Wer eine Einzelberatung anbietet, pokert hoch und wer hoch pokert gewinnt oder verliert. Oder gewinnt er vielleicht neu Kunden dazu, weil die anwesende Trauzeugin auch noch heiraten möchte? Oder wird die Kundschaft, der augenscheinliche Leerverkauf, das Geschäft vielleicht trotzdem weiterempfehlen? Wer weiß?
Und es ist doch so: Wer nicht verlieren kann, sollte nicht spielen. Apropos verlieren. Das Geschäft hinterlässt ja im besten Fall einen guten Eindruck und bekommt eine tolle Rezension.
Und ihr startet durch, für den nächsten Versuch.
In dem Sinne
!Keep calm and marry on!
XO Andrea


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