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Rückwärts ...

  • abrings
  • 30. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Über die Tatsache, dass sich Brautkleid und Braut erst an den Umgang miteinander gewöhnen sollten, habe ich bereits geschrieben. Die allermeisten Traum-Kleider sind, was die Menge und den Umfang des Stoffes angeht, wesentlich schwieriger in der Handhabung als Jeans und T-Shirt.


Kommt nun noch eine Schleppe oder ein bodenlanger Schleier dazu, erhöht das den Schwierigkeitsgrad um mindestens fünf Punkte auf der Richterskala.


Dass ihr bei Treppen oder Stufen in den Cinderella-Modus umschalten solltet ist eigentlich klar, oder? Ihr hebt das Kleid anmutig an und geht ein bisschen langsamer als sonst.


Sicherheitshinweis: Taschen, Wäschekörbe oder Kleinkinder auf dem Arm erschweren diese Prozedur und führen zu erhöhter Unfall-Gefahr.


Nun haben die meisten Kleider hinten mittig an der Schleppe ein bis drei kleine Knöpfe, mit denen die Schleppe hochgesteckt und befestigt wird. Das übernimmt bitte eure Schleppenbeauftragte und findet oft zu einem späteren Zeitpunkt des Hochzeitstages statt. Spätestens wenn der Dancefloor eröffnet wird.


Es gibt auch Kleider, die haben unter der Schleppe eine Schlaufe. Diese nutze ich im Tüll-Tempel, um das Kleid so auf einen Kleiderbügel zu hängen, dass die Schleppe nicht auf dem Boden schleift. Beim Tanzen könnt ihr diese Schlaufe ebenfalls nutzen und sie anmutig  in die Hand nehmen. Das sieht einfach märchenhaft aus und ist bei den klassischen Tänzen ein zauberhaftes Highlight. Bitte wickelt die Schlaufe nicht um die Finger. Wenn es auf dem Parkett heiß her geht und euch jemand auf die Schleppe steppt, brecht ihr euch leicht die Finger.


Merke: „Ein Kleid mit Schleppe hat keinen Rückwärtsgang.“


Den Pferdemädchen erkläre ich einfach, dass sie eine Volte gehen müssen, um an ein rückwärtiges Ziel zu gelangen. Den Nicht-Pferde-Mädchen sei gesagt: “Immer schön im Kreis, oder Halbkreis gehen.“


Das erfordert Achtsamkeit und umsichtiges Rangieren. Hatte ich schon über die therapeutische Wirkung von großen Roben gesprochen? Ich glaube schon.


Bräuten mit kleinen Kindern empfehle ich deshalb sehr gerne ein Kleid ohne, oder mit nur kleiner Schleppe. Bei Kleinkindern sind Schnelligkeit und Reaktionsfreude angesagt, da bleibt für einen anmutigen Kreis keine Zeit. Die Zwerge sind sowieso blitzschnell und in allen Gangarten überlegen.


Nach aufmerksamer Lektüre meines kleinen Ratgebers wird so langsam klar, warum die Damen, die sich bevorzugt in großen Roben präsentieren, immer Hofdamen zur Seite haben. Eine für die Schleppe. Eine für die Tasche und so weiter.


Es geht eben nix über großartige Team-Work.

In dem Sinne:

Keep calm and marry on!

XO Andrea

 

 

 
 
 

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